Schwabl, Herbert ; Geistlich, Susanne ; McHugh, Elisabeth
doi: 10.1159/000090732pmid: 16582556
Die Tibetische Medizin als eines der grossen Medizinsystemeder Welt entstand im 8. Jahrhundert n. Chr. und fand imLauf der Jahrhunderte ihre Verbreitung in Zentralasien. InEuropa begann die erste Kontaktnahme mit Tibetischen Arzneimittelnum 1850 in Russland. Nach und nach gelangtensie bis in die Schweiz, wo seit über 30 Jahren Tibetische Arzneimittelhergestellt werden und von der Arzneimittelbehördezugelassen sind. Zu einzelnen Formeln der TibetischenMedizin, insbesondere Padma 28 und Padma Lax, wurde inden letzten Jahren reichhaltiges klinisches und experimentellesForschungsmaterial erstellt. Parallel dazu entstand eingenuiner europäischer Grundstock von Erfahrungen. TibetischeArzneimittel sind Vielstoffgemische. Auf dem Weg zueiner modernen Tibetischen Rezeptur ergeben sich dadurchspezielle Anforderungen an die Beurteilung der Qualität,Wirksamkeit und Sicherheit. Die Herstellung solch reichhaltigformulierter Mischungen muss sowohl moderne GMPAnforderungenals auch die traditionellen Quellen berücksichtigen.In den letzten Jahren ist eine steigende Beliebtheitasiatischer Arzneimittel in Europa zu beobachten. Dieses Bedürfnisvon Patienten, Ärzten und Therapeuten verlangtauch Antworten von regulatorischer Seite. Aspekte wie etwadie Sinnhaftigkeit der Zusammensetzung (Kombinationsbegründung)und gewisse Qualitätsnormen sind in diesemKontext von den Zulassungsbehörden neu zu definieren.Nur mit angepassten Rahmenbedingungen können TibetischeArzneimittel in Europa ihren Platz finden und in derFolge zusammen mit den anderen Medizintraditionen undder biomedizinischen Forschung integrativ das Interventions-und Präventionsarsenal westlicher Industriegesellschaftenbereichern.
Ueberall, Florian ; Fuchs, Dietmar ; Vennos, Cécile
doi: 10.1159/000090669pmid: 16582557
Hintergrund: Das Tibetische Arzneimittel Padma 28 wirdseit Jahrzehnten in Europa angewendet und hat sich besondersbei entzündlich und arteriosklerotisch bedingtenBeschwerden als wirksam erwiesen. Neben klinischen Studienliegt eine grosse Anzahl von In-vitro- und Ex-vivo-Studienvor, die verschiedene Eigenschaften und biochemischeAktivitäten dieses komplex zusammengesetztenPflanzenpräparates belegen. Fragestellung: Ziel ist es, anhandder vorliegenden Daten einen Überblick über daskomplexe Wirkprofil von Padma 28 zu geben, die vorliegendenErkenntnisse in Beziehung zur Entwicklung vonArteriosklerose zu setzen und anhand dessen das antiatherogenePotential von Padma 28 zu diskutieren. Methoden:Die publizierten wissenschaftlichen, nichtklinischen Originalarbeitenüber Padma 28 wurden erfasst und gemässden darin untersuchten Wirkmechanismen klassifiziert. DieResultate werden in Beziehung zu den kurz dargestelltenVorgängen der Atherogenese gesetzt, wobei verschiedeneWirkmechanismen herausgearbeitet und besonderes Gewichtauf neuere Arbeiten gelegt wurde. Ergebnisse: Dasvielschichtige Wirkprofil von Padma 28 umfasst vor allemdirekte und indirekte anti-inflammatorische Wirkungensowie weitere Kategorien von biochemischen Mechanismen.Diese lassen sich den komplexen Vorgängen derAtherogenese zuordnen. Schlussfolgerungen: Die beschriebenenMechanismen stützen das therapeutischeAnwendungsgebiet von Padma 28 – periphere Durchblutungsstörungensowie Erkrankungen des chronischentzündlichen Formenkreises. Auch lässt die Vielzahlder Wirkmechanismen sowie der Wirkorte einen erstenSchluss auf die konzeptionelle Formulierung dieses Vielstoffgemischszu.
Exner, Markus ; Raith, Marianne ; Holzer, Gregor ; Gmeiner, Bernhard ; Wagner, Oswald ; Kapiotis, Stylianos
doi: 10.1159/000090435pmid: 16582558
Background: The Tibetan herbal preparation Padma 28has been shown to act as an anti-atherosclerotic agent inadvanced peripheral arterial occlusive disease. We testedthe effect of aqueous Padma 28 extracts on both the Creactiveprotein (CRP) induced expression of the pro-inflammatorycell adhesion molecule E-selectin and theanti-atherosclerotic protective enzyme heme oxygenase-1 (HO-1) in human aortic endothelial cells. Methods andResults: According to FACS analysis, quantitative RT-PCRand Western blot, CRP-induced E-selectin expressionwas completely prevented by aqueous Padma 28 extracts.Additionally, Padma 28 mediated an up to 60-foldupregulation of HO-1 mRNA as measured by quantitativeRT-PCR. This upregulation could also be demonstratedon the protein level. Conclusion: Aqueous extracts ofthe Tibetan herbal preparation Padma 28 inhibit CRP-inducedexpression of the inflammatory cell adhesion moleculeE-selectin and lead to upregulation of the vascularprotective enzyme HO-1 in human aortic endothelialcells. These properties may be responsible for its antiatheroscleroticeffects in peripheral arterial occlusive disease.
Hofbauer, Sebastian ; Kainz, Verena ; Golser, Leopold ; Klappacher, Michaela ; Kiesslich, Tobias ; Heidegger, Wilhelm ; Krammer, Barbara ; Hermann, Anton ; Weiger, Thomas M.
doi: 10.1159/000091147pmid: 16582559
Background: Padma Lax (PL) is a multi-component herballaxative, derived from traditional Tibetan medicine. It hasbeen used in the treatment of constipation dominant irritablebowel syndrome. Beyond its purgative and bowel-regulatingproperties we found it to exhibit antiproliferativeproperties. Materials and Methods: C6 tumor cells were incubatedwith either an ethanolic or aqueous extract of PL.Cell proliferation, cell cycle, percentage of apoptotic cells,caspase-3/-7 activity as well as mitochondrial membrane potentialwere determined. Results: Ethanolic extracts of PL inhibitedcell proliferation in a dose- and time-dependentmanner (half max concentration: 384.4 µg/ml after 48 h ofincubation). Aqueous extracts were less effective. Gingerand elecampane were the active components of PL in respectto its antiproliferative action and were found to actsynergistically. Supplementing the culture medium withpolyamines could not override the cytostatic action of PL. Incubationof C6 cells with PL in the presence of catalaseproved that the PL effect was specific and not due to oxidativestress. PL had no effects on the cell cycle at a low dosebut arrested cells in G1 at high concentrations. Reduction ofcell numbers was found to be due to apoptosis. The caspase-3/-7 pathway was not involved in the PL-induced celldeath. However, mitochondrial membrane potential waslost during the course of incubation with PL indicating a mitochondrial-but not caspase-mediated induction of apoptosis.Conclusion: PL exhibits antiproliferative propertieswhich may be beneficial to prevent constipation-related cancer.This study may also contribute to a future developmentof a new herbal-based antiproliferative treatment.
Melzer, Jörg ; Brignoli, Reto ; Saller, Reinhard
doi: 10.1159/000091087pmid: 16582560
Hintergrund: Das komplexe pflanzliche ArzneimittelPadma 28 basiert auf einer Formel der Tibetischen Medizinund wird seit über 30 Jahren in der Schweiz zur Behandlungvon Durchblutungsstörungen und Symptomender Claudicatio intermittens (reduzierte Gehstrecke) eingesetzt.Fragestellung: Welche Evidenz liegt zur klinischenWirksamkeit und Sicherheit dieses Arzneimittelsbei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit(PAVK) vor? Material und Methode: SystematischerReview mit Literaturrecherche in elektronischen Datenbanken(jeweils von deren Beginn bis Herbst 2005) undden Literaturverzeichnissen der gefundenen Arbeiten. Ergebnisse:Es fanden sich 14 Artikel (6 publizierte, 1 unpublizierteund 6 doppelt publizierte Studien sowie 1 Metaanalyse).Sechs Studien untersuchten die maximale Gehstrecke,fünf davon zeigten eine signifikante Zunahmederselben. Die gepoolten Daten der Metaanalyse bestätigteneine signifikante und klinisch relevante Verlängerungder Gehstrecke um mehr als 100 m bei knappeinem Fünftel der Patienten. Die schwerwiegenden unerwünschtenEreignisse standen nicht im Zusammenhangmit dem Verum, die nicht schwerwiegenden warengleich häufig wie unter Plazebo. Schlussfolgerungen: Dieverfügbare Evidenz zeigt, dass die Multi-Target-Therapiemit Padma 28 eine statistisch signifikante und klinisch relevanteBesserung von Symptomen der PAVK, d.h. eineerhöhte Gehstrecke, bewirkt.
doi: 10.1159/000090734pmid: 16582561
Hintergrund: Im Falle einer Pulpitis muss der behandelndeZahnarzt die Differentialdiagnose zwischen einer reversiblen,also behandelbaren pulpalen Entzündung und einer irreversiblenSchädigung der Pulpa aufgrund der Symptome stellen.Rückschlüsse auf den tatsächlichen histologischen Zustandder Pulpa lassen sich aus den klinischen Symptomen nicht ziehen.Auch röntgenologisch kann ein frühes Pulpitisstadiumnicht erkannt werden. Fragestellung: Im Rahmen der zahnärztlichenPraxistätigkeit soll anhand von Fallauswertungen folgendenFragen nachgegangen werden: Stellt Zahnpulpitiseine Indikation für den Einsatz des Tibetischen ArzneimittelsPadma 28 dar? Kann durch Anwendung von Padma 28 eineWurzelbehandlung vermieden werden? Welche Dosierung istbei dieser Indikation zu empfehlen? Patienten und Methoden:53 Patienten mit chronischen Pulpitissymptomen, bei denenkeine eindeutige Indikation für eine sofortige Wurzelbehandlungbestand, wurde Padma 28 2 × 2 Tabletten/Tag für 15 Tageverschrieben. 49 Patienten nahmen das Präparat ein. Der Verlaufder Beschwerden wurde anhand eines einfachen Schemasbewertet. Ergebnisse: 27 Patienten (55%) waren innerhalbeines Monats schmerzfrei, insgesamt wurden 40 Patienten(81%) innerhalb eines längeren Behandlungszeitraumsschmerzfrei. In den meisten Fällen liegt der Beobachtungszeitraumzwischenzeitlich bei 2-3 Jahren (Maximum: 5,5 Jahre).12 Patienten (24%) sind bereits seit über 3 Jahren beschwerdefrei.Aus diesen Erfahrungen lassen sich mögliche Indikationenund Beschwerdebilder für den Einsatz von Padma 28 ableiten.Schlussfolgerungen: Padma 28 kann als nebenwirkungsarmes,naturheilkundliches Präparat bei Grenzfälleneiner Pulpitis eingesetzt werden. Falls der Patient nicht zuSchmerzmitteln greifen muss, kann so die weitere Entwicklungder Beschwerden abgewartet werden. Bei der Mehrzahlder Patienten (>80%) zeigte sich eine Abheilung, die durchPadma 28 positiv beeinflusst oder beschleunigt wurde; eineWurzelbehandlung oder Extraktion konnte vermieden werden.In vielen dieser Fälle ist die Besserung nachhaltig. Kriterienfür die Therapieentscheidung werden vorgestellt.
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